Die Heart of Darkness-Serie
Eine globale Kunstinstallation für den Frieden

II.II.I8 DÄMMERUNG


28. Oktober - 25. November 2018

Kapelle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Breitscheidplatz
10789 Berlin
Deutschland

Bettina WitteVeen setzt mit dieser Ausstellung über WWl ihre jahrzehntelange Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Gewalt, Krieg und Völkermord auf das Individuum wie auch auf die Gesellschaft im Allgemeinen fort. Mit Il.Il.I8 Dämmerung würdigt sie ein wichtiges Datum der Geschichte und stellt die Frage nach der Aktualität: "Was sind die Parallelen und was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen 1918 und 2018?" Der deutsche Ausstellungstitel - Dämmerung - ist dualistisch gemeint: was bei Sonnenaufgang am Horizont aufsteigt und sichtbar ist und was in unserer Zeit zu verschwinden droht.

II.II.I8 Dämmerung ist der fünfte und letzte Teil des epischen visuellen Gedichts mit dem Titel "The Heart of Darkness", das international gezeigt wurde. Die markante kreuzförmige Fotoskulptur in dieser Ausstellung wurde erstmals für die Installation When We Were Soldiers Once And Young in New York im Jahr 2015 geschaffen, die sich mit den physischen, mentalen und spirituellen Traumata des Krieges auseinandersetzte. Die Fotoskulptur, die Zeichnung des deutschen Künstlers Ernst Barlach (1870-1938) und das vom Internationalen Zentrum für Versöhnung in Coventry / England gestiftete Nagelkreuz bilden mit dem Altar eine visuell starke Einheit. Der Altar mit seinem reichen Blumen- und Grünbewuchs dient als kraftvolles Memento mori, und die einzelne weiße Chrysantheme in seiner Mitte steht für die Unantastbarkeit allen Lebens - des Lebens, das leben will, inmitten des Lebens, das auch lebendig sein will.

Die gesamte Installation ist eine Collage, die sich übereinander schichtet und es den Besuchern ermöglicht, das, was sie sehen und hören, in Fragmenten zu erleben und gleichzeitig über die Gesamtheit zu wissen. WitteVeen möchte eine vielschichtige und emotional starke Erfahrung schaffen, in der das Besondere und Persönliche in das Allgemeine und Universelle verwandelt wird. Sie möchte zu einem Spektrum des Bewusstseins beitragen, in dem das Körperliche, das Intellektuelle, das Emotionale und das Spirituelle gleichberechtigt sind.

Die Bilder auf den Videoleinwänden zeigen ein friedliches, fruchtbares Land in den Fotografien ehemaliger Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs, bevor der Krieg die Lebenserfahrungen der Soldaten von denen der Zivilisten trennte. Die Künstlerin schuf die Collagen in einem zeitaufwändigen und akribischen Prozess aus Archivfotografien des Ersten Weltkriegs. Die Collagen erzählen von den Kampferfahrungen des Soldaten im Video auf der linken Seite und vom Leiden der Zivilbevölkerung, einschließlich der 8 Millionen Tiere, die in diesem Krieg starben, im Video auf der rechten Seite. Die daraus resultierende Radikalisierung der Bevölkerung durch die Kriegserfahrung und die Zerstörung ihrer Welt wird in roten Bildern aus der Russischen Revolution und der Weimarer Republik dargestellt. Die Videoinstallation endet mit einem in der Dämmerung leuchtenden ehemaligen Schlachtfeld, über das eine Militärdrohne fliegt - dies wirft die Frage nach den Folgen der heutigen Technologien auf.

WitteVeen setzt die Technik der Collage in einer Klanginstallation aus Fragmenten von Gedichten des Zweiten Weltkriegs in den Originalsprachen Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch fort - den Sprachen der alliierten Truppen, die Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten. Diese Fragmente bilden neue individuelle Gedichte, die in einer Schweigeminute enden.

Klangskulptur

Videoinstallation