"Blauer Buddha" (Polyptychon) von Bettina WitteVeen
Das Polyptychon "Blauer Buddha" von Bettina WitteVeen in der Ausstellung blue. im Nassau County Museum of Art (NY, USA) vom 14. März bis 2. November 2020.
"Wie weit kann Blau gehen? Die Grenzen von Raum und Zeit überschreitend, ist es die unendliche Geschichte der Farbe in der Kultur. Bettina WitteVeen ist eine in Mannheim geborene Künstlerin, die am Wellesley College ausgebildet wurde und gläubige Buddhistin ist. Ihr episches humanitäres Projekt Heart of Darkness hat sie auf die Suche nach eindringlichen Blautönen an so "extraterritorialen" Orten wie einer blauen Blumenwiese auf dem Gelände eines ehemaligen russischen Gulags, einem Indianerreservat und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin geführt. Auf ihren Reisen fängt WitteVeen das Blau spontan ein und sammelt Einblicke in seine sakrale Qualität. Das Blau dieses Buddhas, der unsere Galerie beherrscht, war jedoch nie wirklich da. Der Druck ist eigentlich die "Farbumkehr" des ursprünglichen goldenen Bildes, wie der heitere blaue See in der Morgendämmerung. Sie kontrastiert das symbolische Sonnengold des rationalen, "Tag-Geistes" mit dem blauen "Nacht-Geist", lunar und weiblich:
Indem sie den Dualismus durch die Verwendung von Farben betont, will diese Serie den Betrachter zu der Erkenntnis führen, dass die wahrgenommene dualistische Natur unserer Welt illusorisch ist. Der buddhistische Glaube, dass die Struktur des Universums von Natur aus instabil und unvorhersehbar ist, deckt sich mit der Quantenphysik und findet seinen Ausdruck in der höchst individualistischen Kombinierbarkeit dieser Fotografien. Würden wir verstehen, dass alle Phänomene letztlich leer und nicht existent sind (Pragaparamita), könnte viel Leid vermieden werden und wir würden vom Fluch des Samsara, dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt, befreit werden.
Wie Stevens schrieb,
Das Denken Gottes ist rauchiger Tau.
Die Melodie ist Raum. Die blaue Gitarre
wird zum Ort der Dinge, wie sie sind,
eine Komposition von Sinnen der Gitarre."
-Charles A. Riley II, PhD